
Folge 1
Der Göttliche hat uns die Möglichkeit geschenkt, das menschliche Leben auf zwei verschiedene Arten zu leben.
Der eine Weg ist der, auf dem wir heute leben – ein Leben voller Angst, innerer Unruhe und all der inneren Kämpfe, die uns von unserem wahren Frieden entfernen.
Dann zeigt Er uns den anderen Weg und sagt: „Das ist nicht der richtige Weg zu leben.“ Wenn es zwei verschiedene Wege gibt, das Leben zu leben, können nicht beide richtig sein. Es kann nur einen wahren Weg geben. Sonst gäbe es keinen Grund, von zwei verschiedenen Wegen zu sprechen
Die Art, wie wir heute leben, ist nicht der wahre Weg. Denn sie schenkt uns keinen inneren Frieden. Sie lässt in uns weder Demut noch Freundlichkeit oder Liebe wachsen. Sie lässt uns das Leben nicht als ein Geschenk feiern. Statt Freude erfahren wir Leid.
So leben wir gewöhnlich: Sobald ein Gedanke auftaucht, bringt er auch ein Gefühl mit sich. Zum Beispiel entsteht der Gedanke: „Mein Chef ist mit mir unzufrieden. Vielleicht verliere ich meine Arbeit.“ In Wirklichkeit ist noch gar nichts geschehen. Niemand hat seine Arbeit verloren. Nichts hat sich verändert. Und doch genügt ein einziger Gedanke, um Angst in uns auszulösen.
Da kommt der Gedanke: „Ich werde bald eine Prüfung schreiben. Was ist, wenn ich den Studienplatz nicht bekomme?“ Sofort bekommen wir Angst. Dabei hat die Prüfung noch nicht einmal stattgefunden. Nichts ist passiert. Wir sind nicht durchgefallen. Aber die Angst ist bereits da.
So leben wir Tag für Tag. So vergeht unser ganzes Leben. Wir leben in Angst. Weil alle um uns herum genauso leben, halten wir das für das normale Leben. Doch das ist nicht die Wahrheit. Diese Gedanken sind nicht wir. Trotzdem verbringen wir unser ganzes Leben damit, uns mit unseren Ängsten, unseren Gedanken und all dem Falschen zu identifizieren. Aber das ist nicht unser wahres Wesen. Das sind nicht wir.
:Jetzt ist die Zeit, aufzuwachen. Unser altes “Ich” dürfen wir loslassen. Das menschliche Leben ist nicht dazu bestimmt, zu leiden. Es ist dazu bestimmt, das Leben zu feiern – in der Erkenntnis, dass es nur Ihn gibt. Nur Liebe. Nur Demut. Nur Güte.
Ein Mensch kann alle heiligen Schriften lesen – und trotzdem bleibt die Angst. Sie geht nicht fort. Was also ist der Ausweg? Wenn wir auch nur für einen einzigen Atemzug vollständig erwachen könnten, würden wir erkennen, dass alles das Göttliche ist. Alles.
Lasst uns heute Abend unser altes “Ich” hier zurücklassen und mit einem neuen Bewusstsein nach Hause gehen. Wir werden nicht über Nacht zu einem neuen Menschen. Aber alles beginnt mit einem neuen Gedanken.
Gedanken kommen unaufhörlich zu uns. Doch Gedanken sind wie Träume, und Träume entstehen nur im Schlaf. Der unaufhörliche Strom unserer Gedanken zeigt, dass wir noch nicht erwacht sind. Wir träumen noch. Und so vergeht unser ganzes Leben in einem Traum.
Wir sprechen über zwei Arten, das menschliche Leben zu leben. Es sind zwei verschiedene Bewusstseinszustände. Der eine ist der Zustand des Schlafes. Der andere ist der Zustand des Erwachens.
Es gibt also zwei Arten, das menschliche Leben zu leben. Die eine ist ein falscher Weg. Auf diesem Weg leben wir nicht wirklich. Alles, was wir erleben, erfahren wir wie in einem Traum. Deshalb vermag keine Erfahrung, uns wirklich zu verändern.
Alles, was wir erleben, erleben wir wie in einem Traum. Mit denselben alten Gewohnheiten und denselben Ängsten. Warum sind wir nicht erwacht? Weil wir nie wirklich hören, was uns gesagt wird. Wir nehmen nur einen Teil davon auf. Alles Gesagte filtern wir durch unsere eigenen Vorstellungen, und am Ende hören wir nur das, was zu uns passt.
Warum bleiben unsere Gewohnheiten unverändert? Warum leben und verhalten wir uns immer wieder auf dieselbe Weise? Weil wir alles, was wir hören, durch den Filter unserer eigenen Vorstellungen laufen lassen. Wir nehmen nur das an, was zu uns passt und uns angenehm ist. Alles andere weisen wir zurück.
Wenn Er uns sagt, dass unsere Anhaftung an Menschen, Dinge und Orte der Grund dafür ist, dass wir weiterhin schlafen, wollen wir das nicht hören. Denn wir sind nicht bereit, unsere Anhaftungen loszulassen.
Wenn Er zu uns sagt: „Ihr seid noch im Schlaf“, hören wir nicht wirklich zu.
Wenn Er uns sagt: „Mit jedem Atemzug, mit jedem Tag und mit jeder Nacht wird euer Leben kürzer. Erwacht!“, dann hören wir nicht hin.
Wir hören nur das, was uns nicht herausfordert. Bitte versteht das. Wir nehmen nur das an, was unser gewohntes Denken nicht erschüttert. Doch Er rüttelt uns auf, denn Er spricht die Wahrheit.
Die Wahrheit kann nicht mit diesen Ohren gehört werden. Die Wahrheit kann nur mit dem Herzen gehört werden.