
Folge 16
Waheguru.
Die Frage lautet: Wo liegt die Grenze zwischen Demut, Schwäche und mangelndem Selbstvertrauen?
Da wir uns alle auf dem Weg von HKL befinden, ist es absolut notwendig, dass wir ein kristallklares Verständnis von Demut haben.
Wir müssen verstehen, dass ein Kleinkind immer mit seinem Inneren verbunden ist, während es seine Augen geschlossen hat. Und wenn das Kind wächst und das Alter von 11–12 Jahren erreicht, wird seine Aufmerksamkeit nach außen gezogen.
Es ist gezwungen, sein Zuhause zu verlassen, weil ihm im Außen so faszinierende, interessante Dinge gezeigt werden. So wird es aus seinem inneren Zuhause herausgezogen, und in diesem zarten Alter wird ihm so viel gezeigt. Und es verstrickt sich so sehr in diese Dinge, dass es vollkommen vergisst, dass es damit außerhalb von seinem inneren Zuhause lebt.
Es weiß nicht mehr, wo sein Zuhause ist. Es weiß nicht mehr, welche Lehren ihm dort vermittelt wurden. Nun bleibt es die ganze Zeit im Außen, Tag und Nacht, und seine Aufmerksamkeit richtet sich auf bestimmte Menschen, bestimmte Orte, bestimmte Dinge, bestimmte Tätigkeiten – auf so viele Dinge.
Wie man lebt, weiß es nicht, es reagiert nur. Alle sind im Außen und wissen es nicht – alle sind von ihrem eigenen Wesen getrennt.
Dieser junge Mensch wird aus seinem inneren Zuhause gerissen, er ist von seinem eigenen Selbst getrennt, und im Außen sind alle von ihrem eigenen Selbst getrennt, und alle leben in einer illusorischen Welt.
Alle leben in einer Traumwelt: „Ich will so ein Haus!“, Träume, Träume, Träume … „Das ist mein Traum!“. Und diese Träume werden niemals wahr.
Niemand lebt wirklich in diesem Außen; die Menschen reagieren nur auf das Verhalten der anderen. Sie wissen nicht, wer sie sind, sie wissen nicht, wo sie stehen, sie wissen nicht, wo sie sitzen, sie wissen nicht, wer sie sind, weil sie von sich selbst getrennt wurden.
Durch Glück und Seine Gnade beginnen wir, mithilfe von Meditation und den täglichen HKL-Übungen (Anm. d. Redaktion: die Wochenpraxis) zu erwachen.
Uns wird gesagt, wir sind immer mit der Erde verbunden, dem demütigsten Wesen unter all Seiner Schöpfung. Wir sind immer mit diesem demütigsten Wesen verbunden und wir bewegen uns immer in Gott; Gott ist nicht von uns entfernt, alles im Außen ist Gott Innerem und auch Gott ist auch in Deinem Inneren.
Und wenn man das versteht, wenn man erwacht, ändert sich für einen alles: „Ich stehe in Gott?“ Ja! Man kann ihn mit diesen Augen nicht sehen, aber das ist Gott. Du bist immer in Gott – ob Du sitzt, stehst, isst, schläfst oder arbeitest – und Du bist immer mit dem demütigsten Wesen seiner Schöpfung verbunden.
Mit diesem Verständnis, mit diesem Wissen erwachen wir. Und über diesen Bewusstseinszustand lässt sich nicht sprechen, er kann nur erlebt werden. Das ist der Bewusstseinszustand der Demut.
Demut ist ein Bewusstseinszustand. Sie hat absolut nichts mit der äußeren Welt zu tun. Du würdest einem Bettler mit derselben Demut und demselben Respekt begegnen wie einem König. Denn Du lebtest ganz natürlich, so wie Gott Dich geschaffen hat.
Für Dich sind König und Bettler nicht verschieden, beide sind Tempel Gottes. König und Bettler – morgen könnte der Bettler ein König sein und der König ein Bettler! Aber eines ist sicher und unveränderlich: Beide sind Tempel Gottes. Dieser Zustand ist Demut.
Die Frage, ob man schwach wirkt oder es an Selbstvertrauen mangelt, stellt sich also gar nicht.
In diesem Körper wohnt Gott. Und wenn wir das Glück haben, die Wahrheit zu hören, spüren wir den Schmerz der Trennung von uns selbst. Wir erkennen: Ich bin immer fern von zu Hause, ich bin immer fern von mir selbst. Ich weiß nicht einmal, wer ich bin.
Wir beobachten Sonne und Mond – beide gehen mit solcher Stille, mit solcher Ruhe auf und verschwinden dann in völliger Ruhe auf der anderen Seite. Sie verbleiben dabei in tiefem Frieden und in völliger Ruhe. Dabei gibt es keine Angst, es gibt keine Sorgen, keine Traurigkeit und keinerlei Reaktion.
Diese Gelassenheit des Lebens ist der allerschönste Aspekt, und das können wir nur erfahren, wenn wir erwachen. Demut, Güte und Liebe entspringen daraus.
Verehre den Bereich des Herzens. Verehre den Bereich des Herzens, denn dort sollst Du leben. Dieses Bewusstsein, das im Außen umherirrt, hat dort im Herzbereich sein Zuhause.
Komm heim, verweile dort, denn dort wirst Du erkennen, wer Du bist. Verehre diesen Ort, denn dies ist ein so gesegneter Ort, der Herzbereich.
Hier wird Deine Wiedergeburt stattfinden. Dieses „Du“, das bisher im Außen umhergeirrt ist – wenn du dorthin gehst, wirst Du verwandelt werden, und dann wirst Du erkennen, wer Du bist. Du bist das göttliche Licht selbst.
Sein Schoß ist der Schoß der Liebe. Ich werde aus dem Schoß der Liebe wiedergeboren werden. HKL.