Folge 2

Der Mut, das wahre Selbst zu erkennen

Der Mut, das wahre Selbst zu erkennen

Wir befinden uns auf einer der heiligsten und erhabensten Reisen unseres Lebens.

Auf diesem Weg erkennen wir nach und nach, dass das menschliche Bewusstsein, aus dem wir gewöhnlich leben, ein ichbezogenes Bewusstsein ist. Es ist nicht unser wahres Bewusstsein.

Ein ichbezogenes Bewusstsein bedeutet, dass unser Bewusstsein noch nicht rein ist. Es ist von verschiedenen Unreinheiten überlagert. Doch auf diesem Weg beginnt es sich Schritt für Schritt von Begierde, Zorn, Anhaftung, Gier, Eifersucht und allem zu befreien, was es trübt. So offenbart sich seine wahre Reinheit und Heiligkeit.

Das ist reines Bewusstsein — das Bewusstsein Gottes, das göttliche Bewusstsein. Welch eine tiefe und wunderbare Erfahrung! Welch eine kostbare Gelegenheit, dieses Bewusstsein in uns zu entdecken, und welch ein unermesslicher Segen, es erfahren zu dürfen! 

Welch ein großer Verlust wäre es, dieses Leben zu durchlaufen und schließlich von hier zu gehen, ohne je erfahren zu haben, wer wir in Wahrheit sind — während wir im ichbezogenen Bewusstsein leben und niemals erkennen, wen wir all die Jahre „Ich“ genannt haben.

Doch wie gesegnet sind wir alle, dass Göttliche uns auf diesen heiligen Weg geführt hat.

Wer zum Wächter wird und mit seiner Aufmerksamkeit im Herzens verweilt, der bleibt am Tor des Herzens. Dieses Tor befindet sich unmittelbar hinter unserem Herzen. Dort gibt es einen feinen inneren Zugang, der uns nach innen führt. Er wird die Straße des Ishq genannt — der Weg der göttlichen bedingungslosen Liebe.

 Wer im Herzen verweilt, dem öffnen sich eines Tages die Türen. Das Göttliche öffnet ihm die Tür. Durch das Herz, direkt hinter dem Herzen, betreten wir die Straße der Liebe. Diese Straße führt uns zu unserem wahren Selbst.

Wer im Herzen verweilt, dem werden eines Tages die Tore geöffnet. Das Göttliche selbst öffnet ihm das Tor. Durch den Bereich des Herzens, unmittelbar hinter dem Herzen, betreten wir den Weg der Liebe. Dieser Weg führt uns zu unserem wahren Sein. Er führt uns zu unserem wahres Selbst.

Der Weg zu unserem wahres Selbst führt durch das Herz. Und der Weg zum Universum – oder zu Gott – führt durch unser wahres Selbst.. 

Wir befinden uns auf dieser Reise. Nur mutige Menschen wagen sich auf diesen lebensverwandelnden Weg, und es ist die göttliche Gnade, die uns den Mut dazu schenkt. Es braucht wahren Mut, uns selbst zu verändern — den Mut, für unser altes Ich zu sterben und vollkommen neu zu werden.

Nur mutige Menschen begeben sich auf diese Reise. Anderen fehlt noch die notwendige Entschlossenheit. Sie verschieben den ersten Schritt auf heute, auf morgen oder auf eine Zeit in sechs Monaten. Nein — es braucht Mut, wirklichen Mut. Und das Herz ist mutig. Das Herz ist mutig.

Nur diejenigen werden den Weg des Ishq betreten, die am Tor stehen bleiben und geduldig darauf warten, dass es sich öffnet. Deshalb müssen wir zu diesem Tor gehen und dort verweilen. Dafür braucht es Mut — tiefen, wahrhaftigen Mut.

Wir müssen mit dem Herzen hören. Hört mit dem Herzen.

Wem Seine Gnade und Sein Erbarmen zuteilwerden, der wird als einer der Seinen erkannt – als ein Mensch Gottes. Er ist nicht länger ein Sklave der Welt. Er lebt nicht mehr nach dem, was die Gesellschaft von ihm erwartet oder vorgibt. Nein, er gehört nicht mehr zur Welt. Seine Welt ist eine andere.

Wir sind der Tempel des göttlichen Lichts. Das göttliche Licht lebt in uns.

Das ichbezogene Bewusstsein sagt: „Ich bin göttliches Licht.“ Doch seine Gedanken kreisen weiterhin um das eigene Ich – um sich selbst, um die eigenen Rollen, Identitäten und Vorstellungen davon, wer man zu sein glaubt.

Das ichbezogene Bewusstsein bewegt sich stets auf einer horizontalen Ebene. Das müssen wir sehr klar verstehen. Es wandert parallel zur Erde und bleibt auf dieser horizontalen Ebene. So bewegt es sich unaufhörlich im Außen und identifiziert sich mit verschiedenen Menschen, Ländern und Dingen.

Deshalb verändern wir uns nicht. Wir bleiben, wie wir sind. Ein solches Bewusstsein führt unvermeidlich zu Konflikten, denn es wandert ziellos umher. Es gerät in Konflikt mit anderen Menschen, bringt Unfrieden in Beziehungen und wird zur Ursache von Auseinandersetzungen zwischen Ländern. All dies entsteht aus diesem Bewusstseinszustand.

Auch unsere Verhaltensweisen bleiben von Zorn, Anhaftung, Begierde und Ego beherrscht. Dieselben Reaktionen wiederholen sich ein Leben lang. Wirkliches inneres Wachstum findet nicht statt.

Um uns vom ichbezogenen Bewusstsein zum göttlichen Bewusstsein zu verwandeln, müssen wir einen anderen Weg einschlagen: den vertikalen Weg, der nach oben führt – gerade und zielgerichtet wie ein Pfeil.

Auf diesem Weg beginnt sich das Bewusstsein zu reinigen und zu erweitern. Es wird immer weiter und umfassender.

Zuvor war seine Welt noch sehr klein und begrenzt: die Familie, die Freunde und die Menschen am Arbeitsplatz. Nun beginnt sich diese Welt zu erweitern.

Wahre Verwandlung geschieht nur durch Handeln — indem wir diesen Weg tatsächlich gehen. Nichts verändert sich, wenn wir diesen Weg nicht beschreiten: den vertikalen Weg.

Bei HKL geht es nicht darum, lediglich über Demut, Güte und Liebe zu sprechen. Es geht darum, selbst dazu zu werden. Zu erkennen: „Das bin ich.“ Zu erkennen: „Ich bin.“ Wenn wir beginnen, diesen vertikalen Weg zu gehen, werden wir die Veränderung in uns spüren: „Ich werde demütiger. Ich werde mitfühlender. Ich werde gütiger, liebevoller und friedvoller.“

Das ichbezogene Bewusstsein, das sich auf der horizontalen Ebene bewegt, kann niemals wahren inneren Frieden finden. Es kann sich niemals von Begierde, Zorn, Gier, Anhaftung, Ego und all diesen inneren Fesseln befreien.

Zunächst müssen wir eines in aller Klarheit erkennen: Solange wir dort verharren, wo wir uns jetzt befinden – im horizontalen, ichbezogenen Bewusstsein –, bleibt uns unser wahres Wesen, unser göttliches Bewusstsein, verborgen.

Solange wir in diesem ichbezogenen Bewusstsein leben, kann sich wahre Demut in uns nicht entfalten. Wahre Güte kann in uns nicht erblühen. Und wir können keinen Menschen mit jener reinen Liebe lieben, die keinen Grund braucht, nichts erwartet und nichts für sich selbst begehrt.

Der allererste Schritt besteht darin, aus diesem horizontalen Bewusstsein auszutreten — aus jener Lebensweise, in der unser Bewusstsein nur nach außen gerichtet ist — und den vertikalen Weg zu betreten. Den Weg nach innen. Den Weg zum Göttlichen.

Wahre Transformation kann erst geschehen, wenn wir diesen Ausgang nehmen und beginnen, diesen Weg wirklich zu gehen.

Von nun an sollten wir deshalb, wann immer wir mit einem Menschen sprechen, darauf achten, mit unserem Bewusstsein im Herzen zu bleiben.

Und wenn wir jemandem zuhören, sollten wir nicht nur mit den Ohren oder dem Verstand hören, sondern durch unser Herz.

In dem Augenblick, in dem wir beginnen, aus dem Herzen zu leben, wird unser Leben friedvoll-Und wir werden furchtlos.Furchtlos.

Jene, die am Tor ihres Herzens stehen bleiben — aufrichtig, geduldig und voller Sehnsucht —, müssen dort fest verwurzelt bleiben. Am Tor der Tür …
Das klingt seltsam.
Am Tor des Herzens.

So wie ein Baum seinen Platz niemals verlässt. Mögen Stürme kommen, Hagel, Überschwemmungen — was auch immer geschieht. Vielleicht brechen seine Äste, vielleicht wird er verwundet, doch er bleibt dort. Er weicht nicht von seinem Platz.

Und eines Tages öffnet das Göttliche die Tür.

In Seiner Schatzkammer bewahrt Er die reine Liebe. Und diese reine Liebe legt Er in die Arme dessen, der all die Zeit geduldig und treu am Tor des Herzens gewartet hat.

Für die Umarmung der reinen Liebe verlangt Er nichts von uns. Er schenkt und segnet uns mit reiner Liebe — entsprechend der Tiefe und Intensität unserer Sehnsucht, diesen Weg wirklich zu gehen.

Bei HKL geht es nicht nur darum, über all dies zu sprechen.
HKL bedeutet, es selbst zu erfahren.
Zu erkennen:

Das bin ich.
Demut, Güte und Liebe sind meine wahre Natur.Lasst uns uns einzig dazu verpflichten, uns selbst zu verwandeln. Das ist alles.

Lasst uns verpflichten, zu üben.
Lasst uns verpflichten, ins Handeln zu kommen.

Das ist alles.

Der Weg besteht darin, unser Bewusstsein mit dem göttlichen Bewusstsein zu vereinen.In diesem, eurem Körper, befindet sich das Boot, das euch emporträgt — hinauf zum Göttlichen.Wenn ihr dieses innere Boot besteigt und den Weg nach oben geht, erhebt sich euer Bewusstsein immer weiter, bis es schließlich mit dem Bewusstsein Gottes verschmilzt.

In euch leuchtet das göttliche Licht.

Geht nach innen.
Schaut selbst, dass dieses Licht in euch lebt — und bewahrt sein Leuchten.

Tag und Nacht leuchtet das göttliche Licht unaufhörlich.

Es wird niemals müde.
Niemals wird sein Leuchten schwächer.
Es hört niemals auf zu strahlen.

Wie wir uns mit Gott vereinen. Wir sind auf einer Reise – einer Reise, auf der wir lernen, uns mit Gott zu vereinen.

O mein Geliebter, ich dachte, mein Leben läge in Dunkelheit. Doch Du zeigst mir, dass dies eine Nacht ist, in der das göttliche Licht leichtet – eine Nacht, in der überall göttliche Lichter leuchten.

Wir alle tragen das göttliche Licht in uns.